Frauenhalle saniert und wieder eröffnet

So ziemlich genau vor zwei Jahren, also am 17.10.2012, war ein Artikel in der Mitteldeutschen Zeitung zu lesen “Bauschäden vermiesen Schwimmspaß”. Das war für viele Hallenser ein Grund, sich für ihr Stadtbad zu engagieren.

Nun ist es endlich ist es soweit – Die Frauenhalle im Stadtbad wurde nach zweijähriger Schließung wieder eröffnet. Stadtwerke und Bäder Halle GmbH setzten gemeinsam mit der Stadt Halle und dem Förderverein Zukunft Stadtbad Halle e. V. alles daran, die Rabitzdecke im historischen Schwimmbad zu sanieren. Am 20. Oktober konnte der reguläre Badebetrieb wieder aufgenommen werden.

Am 15.10. fand die offizielle Eröffnung statt – mit Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand, Annette Waldenburger, Geschäftsführerin der Bäder Halle GmbH, und Kathleen Hirschnitz, Vorsitzende des Fördervereins. Die Seniorinnen vom Sportkultur e. V. testeten an dem Tag in einer Aquafitness-Vorführung das Wasser, während interessierte Bürger am Nachmittag die sanierte Decke in Augenschein nahmen:

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Ein bedeutsamer Moment, denn das Stadtbad ist eines der wichtigsten öffentlichen Nutzbauten der Saalestadt. Sein Erhalt ist nicht nur als Sportbad für das Schul-, Vereins- und öffentliche Schwimmen, sondern auch als identitätsstiftendes Baudenkmal für Halle (Saale) wichtig.

Die Stadtwerke Halle und Bäder Halle GmbH sanierten die sogenannte Rabitzdecke der Schwimmhalle, an welcher im Jahr 2012 Korrosionsschäden festgestellt worden waren. Die Investitionskosten in Höhe von 350.000 Euro wurden durch Fördermittel, Eigenmittel der BHG sowie Mitteln der Stadt Halle (Saale) getragen.

Im Zuge der Bauarbeiten wurden die Drahtaufhänger an der Rabitzdecke aufgearbeitet und mit Korrosionsschutz versehen. Zusätzliche Aufhänger für eine bessere Statik wurden ebenfalls angebracht. Außerdem wurden Schäden in der Putzschicht der Decke repariert. Ein wichtiger Bauaspekt war die Optimierung der Lüftungsanlage: Diese führt nun die chlorhaltige Schwimmbadluft optimal ab und verhindert so eine erneute Beschädigung der Decke durch die enthaltenen Chloride. Zusätzlich fanden auch Arbeiten in den Duschen statt. Die über 100 Jahre alten und stellenweise scharfkantigen Fliesen wurden versiegelt, um die Badegäste vor Verletzungen zu bewahren.

Die Sanierung der Frauenhalle war das Resultat eines von der Bäder Halle GmbH 2012 in Auftrag gegebenen Gutachtens. In diesem wurden Korrosionsschäden an der Deckenkonstruktion festgestellt, welche dadurch den Anforderungen zum Tragen der Decke nicht mehr gerecht werden konnte. Durch Lastumlagerungen oder Erschütterungen von außen hätten sich Teile der Decke lösen und abstürzen können. Um Badegäste nicht zu gefährden, wurde die Schwimmhalle daher im Oktober 2012 gesperrt. Von der Schließung waren sowohl hallesche Bürger als auch zehn Vereine betroffen, die bis zu diesem Zeitpunkt dort trainierten.

Geduld mussten auch unsere Vorfahren mitbringen, als vor genau 101 Jahren – am 15.10.1913 – unter Wilhelm Jost auf diesem Gelände der ehemaligen Stadtgärtnerei und dem Weinhold‘sche Grundstück der erste Spatenstich für Halles Schwimm- und Badeanstalt getätigt wurde. Obwohl es eher kein Spatenstich, sondern eine Sprengung war – denn das Bad wurde auf Felsen errichtet, die zum Teil abtragen, zum Teil weggesprengt werden mussten. Trotz dessen und trotz des Ersten Weltkrieges konnten die Bauarbeiten nach 2 Jahren im Jahr 1915 fertiggestellt und das Gebäude im Februar 1916 feierlich eingeweiht werden.

Der Tag der Wiedereröffnung markiert den wichtigsten Schritt, den Erhalt, die Sanierung und Nutzung unseres Stadtbades gemeinsam und nicht aneinander vorbei und auch nicht gegeneinander zu planen und zu beschreiten. Vor über einem Jahr legten die Vertreter der Stadt, der SWH, der Bäder GmbH und der Nutzer ein Leitbild mit konkreten Ideen und Arbeitsschritten vor – Ideen und Arbeitsschritte für den Weg, das Bad schrittweise zu sanieren und schrittweise das gesamte Ensemble in Nutzung zu bringen. Dieses Leitbild umzusetzen, das Bad als Stadtbad, als Schwimmstätte, als Sport, Gesundheits- und Bewegungszentrum emeinsam zum Wohle der Nutzer und der Stadt zu etablieren, ist das Ziel des Fördervereins.

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